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Mittwoch, 4. Juni 2025

Englisch lernen heißt sprechen – aber wie schaffe ich das im Kurs?

💬 Warum Sprechhemmungen bei Erwachsenen besonders häufig sind

Viele Erwachsene haben Hemmungen, Englisch im Kurs zu sprechen – oft aus Angst, Fehler zu machen oder sich blöd vor anderen zu fühlen. Diese Unsicherheit kann den Lernfortschritt bremsen und den Spaß am Sprechen mindern.

Tipps aus meinem Unterricht, um Small Talk, Rollenspiele oder Interviews natürlich einzubauen

  • Small Talk: Starte mit einfachen, alltäglichen Themen, z. B. „Wie war dein Wochenende?“. So gewöhnen sich Teilnehmer langsam an das Sprechen. Später darf es auch komplexer sein:

 
funny real life stories

  • Rollenspiele: Spielerisches Üben von Alltagssituationen nimmt den Druck raus und macht Spaß. Im Business English Kurs z.B.: Konflikte im Team lösen oder Terminabsprache

  • Interviews: In Paararbeit Fragen stellen und beantworten fördert das aktive Zuhören und spontane Reagieren, das geht wiederum gut, wenn man ein Telefonat simuliert.

Meine Lieblings-Übungen für mehr Selbstvertrauen beim Sprechen

  • Bildkarten beschreiben: Motivations-Booster durch konkrete Bilder, die Sicherheit geben. Ich starte immer mit kleinen Bildgeschichten. Da gibt es u.a. Sir James, der lustige Abenteuer erlebt und die Teilnehmer beschreiben, was sie sehen. 

  • Gemeinsame Geschichten erzählen: Jeder fügt einen Satz hinzu – kreativ und locker. Picture cubes helfen hier weiter. 

  • Mini-Präsentationen: Kurze, vorbereitete Beiträge zu einem Lieblingsthema, um Routine zu schaffen. Da kann man z. B. small talk Themen vorgeben und in Partnerarbeit erarbeiten. Als Abschluss wird dann die Antworten des Partners der Gruppe mitgeteilt. 

✅ Call-to-Action 

Welche der Übungen möchtest du als erstes im Englischkurs ausprobieren? Oder hast du eigene Tipps, wie man Sprechhemmungen überwindet? Schreib mir gerne in die Kommentare oder schick mir eine Nachricht – ich freue mich auf deinen Erfahrungsbericht!

Wenn dir der Beitrag gefallen hat, teile ihn gern mit anderen, die motiviert Englisch sprechen lernen wollen. Gemeinsam macht das Lernen noch mehr Spaß!



Sonntag, 18. Mai 2025

„The Light Went Out“ – Wenn Kinder das Theater erfinden

Eines meiner persönlichen Highlights im Jahr sind unsere Theaterstücke. Und ich sage ganz bewusst „unsere“, denn es sind die Stücke der Kinder und Jugendlichen – ich gebe nur den Impuls und begleite sie auf dem Weg von der ersten Idee bis zur Aufführung.

Wie alles beginnt: Spielerisch ins Schauspiel

Bevor es mit der Stückentwicklung losgeht, stimmen wir uns mit Schauspielübungen ein, die für viel Spaß sorgen und gleichzeitig das kreative Denken anregen:

  • Klatsch- und Reaktionsspiele

  • Pantomime

  • Ohne Worte bestimmte Orte darstellen – wie ein Zoo, ein Schwimmbad oder einen Supermarkt

  • Oder alltägliche Situationen darstellen – zum Beispiel Eiskaufen oder Duschen

Diese Aufwärmübungen helfen, Hemmungen abzubauen, stärken die Ausdruckskraft und fördern das Miteinander in der Gruppe.

Inspiration – mal klassisch, mal KI

Für den Einstieg gebe ich oft ein kleines Beispielstück an die Hand. Das kann ein kurzes Theaterstück sein, das ich selbst geschrieben habe – oder auch ein durch KI generiertes Mini-Stück, das zur Gruppengröße passt. Im Netz findet man viele schöne Materialien, vor allem zu Märchen, Fabeln oder Tierabenteuern.

Doch das eigentliche Ziel ist: Ein eigenes Stück entwickeln.
Egal, ob Grundschulkinder oder Teenager – wir schreiben gemeinsam Theater zu Themen wie:

  • Freundschaft

  • Gerechtigkeit

  • Teamwork

  • Streit und Versöhnung

  • oder einfach ganz viel Fantasie

Ein Beispiel: „The Light Went Out“

Dieses Stück entstand mit einer Kindergartengruppe. Ich habe es an eine meiner eigenen Geschichten angelehnt und mit den Kindern weiterentwickelt. Dabei wurde nicht nur gesprochen, sondern auch gebastelt:
„Please cut out the mask.“ – „Do you need red for the lips?“ – „It’s an apple!“
Requisiten und Kostüme entstehen gemeinsam im Unterricht, oft mit viel Lachen und bunten Farben. Kleine Taschenlampen (Flashlights) bringen wir selbst mit.


These materials are for classroom use only and not for commercial purposes. All content is created for educational use with students.

Üben, Spielen, Präsentieren

Dann wird geprobt. Nicht auf Perfektion, sondern auf Verständnis und Freude. Jeder soll wissen, wann er oder sie auf der Bühne steht und was ungefähr gesagt wird – Textsicherheit ist schön, aber nicht alles.

Die Krönung ist die Aufführung vor den Eltern. Ein echter Gänsehautmoment! Danach wird noch gemeinsam gespielt – ein lockerer Ausklang für alle Beteiligten.

Fazit: Theater als gemeinsamer Ausdruck

Diese Theaterprojekte sind jedes Mal ein kleines Wunder. Die Kinder wachsen über sich hinaus, übernehmen Verantwortung, entwickeln eigene Ideen – und lernen ganz nebenbei Englisch in einem sinnvollen, emotionalen Kontext.

Und für mich?

Jedes Stück zeigt mir aufs Neue, wie viel Kreativität und Tiefe in jungen Menschen steckt – man muss ihnen nur Raum geben.


Das Stück "The light went out" war mit einer Kindergartengruppe entstanden und ich habe es an eine meine selbstgeschriebenen Geschichten angelehnt. 

Probs stellen wir gemeinsam im Unterricht her: "please cut out the mask". "Do you need red for the lips?" "It's an apple." Flashlights oder andere Gegenstände bringen wir dann mit. 

Wir üben dann eine Weile, dass jeder weiß, wo er wann steht und seinen Text einigermaßen kann, dann wird das Stück den Eltern präsentiert und im Anschluss spielen wir zusammen Spiele. 

Das ist für alle immer ein Ereignis!


Mittwoch, 14. Februar 2024

Let's denglish! Ein Tandemkurs für Deutsch- und Englischsprachige Erwachsene

Deutsch und Englisch gemischt


„Let’s Denglish“ – Warum mein zweisprachiger Kurs besser funktioniert, als ich dachte

Die Idee kam mir eher zufällig. Eine Freundin erzählte mir, wie schwierig es sei, in unserer Region einen Platz in einem Deutschkurs zu bekommen – viele Kurse seien völlig überlaufen. Gleichzeitig hatte ich schon länger darüber nachgedacht, einen Englischkurs für Erwachsene anzubieten. Doch bisher scheiterte es oft daran, dass ich abends keine Kurse halten kann – die typische Kurszeit.

Da erinnerte ich mich an meine Studienzeit in Italien. Dort hatte ich einen Tandempartner – er half mir mit Italienisch, ich ihm mit Deutsch. Ein einfaches, aber unglaublich effektives Konzept. Warum also nicht etwas Ähnliches hier versuchen?

So entstand mein Kurs „Let’s Denglish“ – ein zweisprachiges Angebot, in dem sich Menschen mit Deutsch- oder Englischkenntnissen gegenseitig unterstützen. Nach drei Monaten kann ich sagen: Es funktioniert erstaunlich gut – und zwar für beide Seiten.

Was passiert im Kurs?

Die Teilnehmenden arbeiten aktiv mit beiden Sprachen. Wir analysieren Unterschiede, diskutieren Bedeutungen, übersetzen Texte, spielen Sprachspiele und lesen Bücher – manchmal jeder in seiner Zielsprache, manchmal in der Muttersprache mit anschließender Diskussion auf Englisch oder Deutsch. Besonders spannend finde ich, wie gut sich durch diese Kontraste die Strukturen der anderen Sprache einprägen.

Ich habe immer gelernt, im Sprachunterricht so wenig wie möglich auf die Muttersprache zurückzugreifen. Doch genau das hinterfrage ich gerade. Denn dieser bewusste Vergleich schafft nicht nur sprachliche Klarheit, sondern auch ein besseres Sprachgefühl. Die eigene Sprache wird plötzlich zum Sprungbrett ins Fremde.

Sprichwörter und Grammatik – der Alltag macht’s lebendig

Ein Kursbeginn bei uns startet oft mit einem Sprichwort. Wörtlich übersetzt ergibt das meist herrlich absurde Bilder – wie „It’s raining cats and dogs“. Daraus ergeben sich tolle Gespräche, nicht nur über Sprache, sondern auch über Kultur.

Auch Grammatik wird lebendig, wenn man sie im Vergleich betrachtet. Zum Beispiel: Im Deutschen nutzen wir beim Sprechen häufig Präsens und Perfekt – im Englischen hingegen ist das Present Perfect an konkrete Zeitkonzepte gebunden. Die Unterschiede sind spannend und fördern das Sprachbewusstsein enorm.

Mehr als nur ein Kurs: Kultureller Austausch auf Augenhöhe

Was mich besonders begeistert: Der Kurs schafft Raum für echten sozialen Austausch. Es geht nicht nur um Sprache – es geht um Begegnung. Die Teilnehmenden laden sich gegenseitig zu Veranstaltungen ein, lernen die Kultur des anderen kennen und öffnen sich ganz selbstverständlich füreinander.

Demnächst gehen wir als Gruppe gemeinsam chinesischen Hot Pot essen – mit Familien! Eine südafrikanische Teilnehmerin war neugierig auf den deutschen Karneval und kam mit zur Faschingsparty – für sie eine neue und wunderbare Erfahrung.

Fazit: Sprachkurs + Begegnung = Inklusion pur

Ich bin begeistert, wie viel dieses Konzept bewegt – nicht nur sprachlich, sondern auch menschlich. Der Kurs ist ein Ort der Begegnung, des Austauschs, der Inklusion. Und gleichzeitig ein spannendes Experiment.

Ich probiere noch viel aus.
Wie ist das bei euch? Habt ihr Erfahrungen mit zweisprachigem Unterricht? Ist das ein „No-Go“ oder vielleicht genau das, was wir brauchen?

Lasst mir gerne eure Meinung da!

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